Von der Waterkant zum Alpenrand #9.Tag Hameln-Beverungen 84 km

Die Nacht im Hotel Garni Forum war etwas unheimlich. Der Chef ein Russe war früher Waffeningeneur bei der Armee. Das Hotel in drei verschiedenen alten Häusern, total verwinkelt und verbaut. Alles wirkte ein wenig wie selbstgebastelt. Aber das Frühstück war spitze. So konnte ich schon um 8. 30 Uhr durch das noch verschlafene Hameln fahren. Der Weserradweg war schnell gefunden. Am Ufer nur ein paar Menschen die ihre Hunde ausführten. Meistens Männer mit Trainingshosen und Unterhemden. Ohne Hunde würden diese kaum um diese Uhrzeit vor die Tür gehen. Mir stellt sich da schon die Frage „wer wird hier ausgeführt.“ Der Morgen war noch frisch und bedeckt. Kein Regen weit und breit. Schnell kam ich vorran und gönnte mir einen Espresso in Bodenwerder. Die Kleinstadt trägt seit 2013 den amtlichen Namenszusatz „Münchhausenstadt“. Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen wurde 1720 hier geboren ihm werden die Lügengeschichten des Baron von Münchhausen zugeschrieben.  Meine Reise ist keine Lügengeschichte daher machte ich mich schnell wieder auf den Weg in Richtung Süden. Bei km 60 kam ich in Holzminden an. Holzminden im Zentrum des Weserberglandes gelegen, trägt seit 2003 offiziell den Titel „Stadt der Düfte und Aromen.“  Die Symrise AG mit Firmensitz in Holzminden liegt zusammen mit zwei Mitbewerbern auf dem zweiten Platz im globalen Markt der Duftstoffe und Aromen. Mir reichte der Duft von meinem zweiten Espresso und den natürlichen Duft meiner Banane. Nach dieser kurzen Mittagpause fuhr ich weiter zum Weltkulturerbe Corvey kurz vor Höxter. Corvey war ein bedeutendes karolingisches Kloster, es verfügte über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes. Da ich mit meinem Rad nicht in den Klosterhof durfte. Ich es aber auf den dafür vorgesehen Platz nicht alleine lassen wollte, musste ich ohne kirchlichen Beistand weiterfahren. In Beverungen gab es meinen dritten Espresso und darüber die Zimmersuche für die Nacht. Ich wollte noch ein Stück in Richtung Hann. Münden Bad Karlshafen weiter fahren um meine hundert Kilometer Tagesziel zu erreichen. Da es Wochenende ist konnte ich leider kein Zimmer am Weser-Radweg mehr finden. So blieb ich die Nacht in Beverungen.

Von der Waterkant zum Alpenrand #8.Tag Stadhagen-Hameln 95 km

Der gestrige Ruhetag tat mir gut. Mein Po hat sich noch nicht ganz erholt, dafür waren die beide so frisch wie der frühe Morgen. Das im B&B übliche Frühstück mit Brötchen, Marmelade und Orangensaft aus der Plastikflasche habe ich ausgelassen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, das dieses höchstens eine Stunde satt macht. Dafür gab es mein eigenes Müsli mit frischen Himbeeren, Banane und Apfel, sowie einen schwarzen Kaffee. Das Frühstück fand um 7 Uhr statt und da ich nur alle fünf Stunden was essen möchte, stand mein Mittagessen für zwölf Uhr schon fest. Zum Mittagessen nehme ich in der Regel zwei gekochte Eier, zwei Scheiben Vollkornbrot eine Banane und einen halben Eiweissriegel. Dazu einen Espresso und viel Wasser. Das sind in der Regel während der Fahrt drei Liter die ich sehr gut an meinen Flaschenhaltern unterbringen kann. Warm wird meistens erst am Zielort gegessen. Das sind meine Erfahrungen mit denen ich sehr gut bei diesen langen Touren zurecht komme. Nun noch zur Strecke. Startpunkt heute war Stadthagen. Von dort ging es entlang der Weser auf der alten Lokalbahntrasse nach Minden. Dann weiter durch die Porta Westfalica mit seinem Kaiser-Wilhelm Denkmal nach Bad Oeynhausen. Hier muss man nicht hinfahren es liegt doch etwas abseits vom Weserradweg was ich aber zu spät bemerkt hatte.  Sehr spät hatte ich auch die Hitze bemerkt die sich langsam ausbreitete. Über Vlotho ging es an der Weser entlang wieder ins Nachbarland Niedersachsen. In Rinteln brauchte ich bei km 65 eine Mittagpause mit den oben erwähnten Energien. Gestärkt ging es an der Weser entlang zum Zielort Hameln. Hameln ist vor allem bekannt durch die Sage vom Rattenfänger von Hameln, die auf einer Überlieferung aus dem Jahr 1284 beruht. Bei einem abendlichen Stadtrundgang konnte ich mich von dem schönen mittelalterlichen Stadtbild überzeugen.