Maria Einsiedeln – Zug 48 km

Nach einer guten Nacht im Seehotel Einsiedeln gab es ein bescheidenes Frühstück mit jeder Menge Fliegenbelästigung. „Wir sind hier auf dem Land“ war die Bemerkung der Wirtin. Der Tag war frisch aber sonnig. Das Packen lief wie üblich. Die fahrt führte Stadtauswärts über die Zürichstrasse Richtung Schwyzerbrugg. Im leichtem Anstieg in das Gebiet Rothenthurm –Biberbrugg das letzte großflächig erhaltene Hochmoorlandschaft in der Schweiz. Das Gebiet hat eine eigene nordisch anmutende Prägung und ist der Lebensraum seltener Pflanzen und Tiere. Von nun an ging’s bergab…Richtung Morgaten. Hier schlugen die Eidgenossen 1315 erstmals die waffentechnisch überlegenden Habsburger. Dank milden Klima – meist oberhalb der Nebelgrenze – entwickelte sich die Region um die Region des Ägerisee zum beliebten Kurgebiet. Durch einen wunderschönen Waldweg ging es vorbei an den Höllgroten Richtung Zug. Der Name stammt vom Ziehen der Netze. In der Tat war in früheren Zeiten das Fischen einer der wichtigsten Broterwerbe am Zuger See. Heute leben nur noch etwa 10 Berufsfischer am See. Auch das Schicksal der Stadt Zug ist eng mit dem See verknüpft, heute sind von den ursprünglich drei Gassen nur noch zwei vorhanden. Eine versank 1435 während eines Föhnsturms im See. Carola ließ sich von dieser Nachricht nicht abhalten und bekam nach 5 Tagen radeln endlich ihr ersehntes Bad.Im Schatten des Zytturms ließen wir uns im Ratskeller das Abendessen schmecken. Mit einer interessanten Unterhaltung mit einem jungen schwyzer Cubaner ließen wir den Abend ausklingen. [button link=“http://connect.garmin.com/activity/105670605″ newwindow=“yes“] Streckenplan[/button]

 

 

Rapperswil – Maria Einsiedeln 27 km

Kaum zu glauben. Aber es regnet heute nicht. Das selbstgemachte Frühstück bei Frau Meyer soll uns für die erste Bergetappe stärken. Pünktlich um 10 Uhr saßen wir gut gelaunt auf unseren Stahlesel. Über den Seedamm und der Halbinsel Hurden ging es zum Anstieg auf die Etzelstrasse. Die Steigung war teilweise so stark das weder „Hilfsmotor“ noch Muskelkraft reichten. Hier war dann schieben angesagt. Oben angekommen wurden wir dafür für eine grandiose Aussicht auf dem Zürichsee entlohnt. Über Egg dem Geburtsort von Paracelsus Arzt, Naturforscher und Philosoph, 1493–1541 ging es weiter nach dem berühmten Wallfahrtsort Einsiedeln.Der Wallfahrtsort Maria Einsiedeln ist eng mit dem Leben des heiligen Meinrad verbunden. Im Jahre 835 soll dieser an der Stelle, wo heute die Gnadenkapelle in der Klosterkirche steht, eine Klause und eine Kapelle errichtet haben, um in der Einsiedelei Gott zu dienen. Der Sage nach wurde Meinrad 861 von zwei Landstreichern erschlagen. Daraufhin sollen zwei Raben die Mörder verfolgt und vor Gericht geführt haben. Aus diesem Grund sind auf dem Einsiedler Wappen zwei Raben abgebildet.Das barocke Kloster entstand von 1674 bis 1735 in drei Etappen nach den Plänen von Caspar Moosbrugger. Die Fresken und die Stuckarbeit im Inneren sind das Werk der Brüder Asam. Das Deckenfresko ist das größte der Schweiz.

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Weesen – Rapperswil 30 km

Die Nacht im Hotel verlief ruhig. Die Wäsche an der quer durchs Zimmer gespannten Leine trocknete gut. Aber wieder das gleiche Spiel kaum fuhren wir 5 Minuten fing es schon wieder das tröpfeln an. Entlang des Linthkanals fuhren wir zu unserem nächsten Etappenziel Rapperswil. Am Flugplatz Schänis (schön ist es) konnte Carola mit der Leidenschaft einer Pilotin den aufsteigenden Segelflugzeugen nachschauen. Über Uznach kamen wir bald zum Obersee. Zusammen mit dem Zürichsee in Form einer Banane 42 km lang. Der wieder einsetzende Dauerregen machte uns die Entscheidung leicht schon nach 30 km die Tagesetappe abzubrechen. Bei Frau Meier in der Nähe des Bahnhofes fanden wir ein Privatquartier. Den Nachmittag nutzten wir dazu die mittelalterliche Stadt zu erkunden. Sie ist bekannt durch die Rosengärten und seit 1919 als ständiges Winterquartier des Schweizer Nationalzirkus Knie. En Abend verbrachten wir bei interessanten Gesprächen über Tibet im Restaurant Kailash (6714 m). Der durch die besondere Form im tibetischen Buddhismus auch „Großes Schneejuwel“ (gangs rin po che) genannte Berg wird zuweilen auch als Zentrum eines Welt-Mandelas gesehen.

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Vaduz – Weesen 60 km

Die Nacht in der Jugendherberge war wieder erwarten ruhig. Das Frühstück war auch in Ordnung, so dass wir fertig gepackt um 10 Uhr auf unsere Drahtesel saßen. Kaum hatten wir uns 100 Meter entfernt fing es schon wieder zu regnen an. Also Sachen raus und überziehen. Was bei Schauern gar nicht so einfach ist. Carola entschied sich für einen Vollschutz, ich dagegen nur für den Oberkörper was sich nach weiteren tausend Metern sich als Fehlentscheidung herausstellte. Aber unter dem Motto kein Nachteil ohne Vorteil“ nutzen wir den Schutz einer Eisenbahnbrücke gleichzeitig als Plauschort mit zwei „fliegenden Holländern“ die mit ihren Velos auf dem Weg von Mastrich nach Rom waren. Schön wenn man schon in Rente ist. Genug geplauscht ging es über die Rheinbrücke zurück in die Schweiz nach Buchs. Leider war auch hier Carola erfolglos in dem Versuch ihre Ausstattung mit einer neuen Ortlieb Tasche zu krönen. Endlang des Rheindammes ging es Stromaufwärts nach Sargans. Wie ein trotziger Riese wacht der Gonsens bei Sargans über die Gabelung des Rheintals. Um 1270 bauten die Grafen von Wartenberg-Sargans die am Fuße des Schlosses Sargans gelegene Ortschaft zu einer befestigten Stadt aus. Nach einer kleinen Stärkung fuhren wir bei starken Gegenwind nach Walenstadt. Entlang des gleichnamigen Sees. Die Bezeichnung Walensee von welsch (fremdländisch) geht auf die Römerzeit zurück. Der Walensee ist einer der saubersten Schweizer Seen. In Weesen am Ende des Sees fanden wir im Parkhotel Schwert ein gutes Nachtquartier.

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Streckenplan:

 

Höchst – Vaduz 63 km

Schon vom Bett aus hörten wir den Dauerregen. Nach einem guten Frühstück, packten wir trotz des Regen unsere sieben Sachen und fuhren im strömenden Regen los. Unsere Tour führte uns über Altstätten, Oberried nach Werdenberg der kleinsten Stadt in der Schweiz. Sie zählt 42 Häuser ein Schloss und 60 Einwohner. Da es in der Zwischenzeit aufgehört hatte zu regnen, konnten wir unterhalb der Stadt am See unsere „Akkus“ mit einem schönen Kaffee aufladen. Hier in Buchs  war uns nur eine kurze Ruhepause gegönnt, da es schon wieder anfing zu regnen. Wir machten uns auf der Suche nach einem Nachtquartier. Hotels gab es genug. Uns war aber der Sinn nach einem Privatquartier. Trotz intensiver Befragung der „Ureinwohner“ wurden wir nicht fündig. Wir bekamen nur den Tipp auf der anderen Rheinseite in Lichtenstein gäbe es doch in Schaan eine Jugendherberge. Jung genug fühlten wir uns mit unseren Velos.So machten wir uns bei peitschendem Regen auf dem Weg ins Nachbarland. Die Jugendherberge war schwer zu finden und lag zwischen Schaan und Vaduz. Der Übernachtungspreis von über 100 Franken kam uns nicht gerade jugendlich vor. Aber völlig durchnässte stimmten wir zähneknirschend zu.

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