Von der Waterkant zum Alpenrand #Tag 5 Bremen-Verden

„Diese Anstrengung wäre kein Urlaub für mich“ sagte ein Mann mit einer risiken Kugel beim Anblick meiner Packtaschen in Front vom Ibis Hotel in Bremen. Ich war gerade dabei mit meiner Handpumpe mein Vorderrad etwas mehr Druck zugeben. Sein Begleiter spang mir zuseite um das Rad festzuhalten. Ich wollte dem Platten vom Vorabend auf den Grund gehen und fuhr mit einem mulmigen Gefühl durch die noch leere Innenstadt zur ADFC Station im Bremer Hauptbahnhof. Kleiner Zwischenstopp bei den Bremer Stadtmusikanten – das Grimm Märchen erzählt von vier im alter schlecht behandelten Haustieren, die fortlaufen um in Bremen Stadtmusikanten werden zu wollen – schlecht behandelt wurde ich beim ADFC nicht. Einen von mir vermuteten Fehler in der Felge konnten die Monteure nicht finden. Allerdings liess der Mantel zu wünschen übrig. Ja dann musste auch noch ein neuer Mantel und neuer Schlauch aufgezogen werden und ich konnte meine Tour endlich um 9 Uhr fortsetzen. An der kleinen Weser und den Krimpelsee ging es nach Achim und weiter nach Verden an der Aller. Das Wetter war ideal fast schon zu heiss. Die Anstrengungen der letzten Tage spürte ich bald in den Beinen. Mein Po zeigte wunde stellen. Nach 50 Kilometer entschied ich es ist genug für heute.

Von der Waterkant zum Alpenrand #Tag 4 Bad Baderkesa-Bremen

Ruhige Nacht im „Seniorenheim“. Das Hotel Dock hatte auch schon besserer Tage erlebt. Dafür durfte ich wie in den Motels in USA mein Rad mit ins Zimmer nehmen. Das hat den Vorteil nicht „absatteln“ zu müssen. Frühstück gab es erst um 7.30 Uhr aber noch früh genug um bei herrlichem Sonnenschein den Kurort zu verlassen. Mein erstes Ziel war Bremerhaven, was ich in rund zwei Stunden erreichte. Bremerhaven mit seinem Columbuskaje war besonders in der Vergangenheit eine grosse Anlaufstelle für die Auswanderer in die USA. Im Februar 1948 landeten hier US Frachtschiffe mit 23.000 Kisten mit „Türgriffen“ in Wirklichkeit enthielten die Kisten 1100 Tonnen Banknoten, die Deutsche Mark, das neue Geld für die Westzonen. Bepackt mit diesem neuem Wissen fur ich auf den Weserradweg in Richtung Bremen. Blöd nur das ich die Weser kaum zu Gesicht bekam. Erst versteckte sie sich hinterm Deich, dann war sie soweit weg das sie nicht mehr zu sehen war. Was ich aber auf diesen rund 100 km zu sehen bekam waren riesige Ställe, dicht gedrängt voller Kühe. Davor riesige Haufen mit Futter abgedeckt mit Plastik Plaben und alten Autoreifen. Ich finde das nicht besonders human den Tieren gegenüber, wozu brauchen wir nur diese ganze Milch von unglücklichen Kühen. Ich trinke seitdem ich von der Mutter abgestillt worden bin keine Milch mehr, Das macht auch sonst kein anderes Lebewesen. Nur der Mensch trinkt Milch auch als erwachsener. Ich will hier nicht mit dem erhobenen Zeigefinger kommen, aber das ist der Vorteil bei so langen Touren mit dem Rad gibt es soviele Eindrücke. Bremen war schnell erreicht, dachte ich als das erste Ortsschild kam. Nach einer Kaffeepause im Vorort waren es aber noch 29 km bis zum Rathaus. Auf diesen endlosen Kilometern durchs Stadtgebiet habe ich übrigen auch hier die Weser kam gesehen. Dafür aber ein erneutes Loch in meinem Vorderreifen. Morgen muss ich der Sache mal auf dem Grund gehen. Die Löcher sind immer innen im Schlauch.

Von der Waterkant zum Alpenrand #Tag 3: Itzehoe-Bad Baderkesa

Schwarz war heute nur der Kaffee im Hotel Schwarz. Sonst war alles ok, sogar frische Rosen standen auf dem Frühstückstisch. Für mein mitgebrachtes Müsli brachte mir der Wirt ohne Nachfrage heißes Wssser, Schale und Löffel. Gestärkt fuhr ich bei Sonnenschein und frischer Luft durch das noch verschlafene Itzehoe. Mein Ziel war die Elbfähre bei Glückstadt die ich nach rund 2 Stunden ohne grosse Probleme erreichte, Die Elbfähre verbindet die Bundesländer Scheswig-Holstein und Niedersachsen. Ich dachte bisher immer das ich verrückte Radreisen mache, aber auf der Fähre lernte ich eine ziemlich beleibte Rentnerin kennen, die mit ihrem Rad den „Zipfelpass“ abfuhr. Eine Reise von 4000 km zu den schönsten Ecken Deutschlands. Nord (List) Ost (Görlitz) Süd (Oberstdorf) West (Selfkant) Nach der Fähre trennten sich unsere Wege. Sie fuhr den Nordseeradweg und ich in Richtung Bremerhaven um auf den Weserradweg zu kommen. Bei Bad Bederkesa musste ich allerdings die Anstrengungen der letzten zwei Tage Tribut zollen und eine Pause einlegen.  Offiziell wollte ich natürlich das WM Finale zwischen Kroatien und Frankreich anschauen…so blieb ich über Nacht im Hotel Dock. 

Von der Waterkant zum Alpenrand # Tag 2: Husum-Itzehoe

Etwas Weisheit lag noch in den ehrwürdigen Räumen vom Hotel Altes Gymnasium in Husum. Die Sauna und die Nachtruhe taten mir sehr gut. Ich starte bei einem leichtem Nieseln in Richtung Itzehoe. Eigentlich wollte ich über Meldorf fahren aber mein Navi machte einen grossen Bogen in Richtung Rendsburg, Warum erfuhr ich erst später. Schon kurz hinter Husum flatterte mein Vorderrad. Ich dachte es lag am Ungleichgewicht der Taschen vorne auf dem Lowrider. Bis ich es nicht mehr ertrug und genauer nachschaute. Von wegen falsch gepackt. Die vordere Nabe wackelte wie Götterspeise. Zum Glück kam ich noch bis Rendsburg, wo mir im Neuwerker Fahrradhaus kurz vor Ladenschluss ein komplettes neues Vorderrad eingebaut wurde. Um 100 Euro leichter konnte ich meine Fahrt um 14 Uhr fortsetzen. Weit kam ich allerdings nicht. In Jevenstedt ging nicht mir sondern dem Vorderrad die Luft aus. Jetzt hatte ich ein neues Vorderrad und darin einen platten Reifen. Das wäre ja nicht weiter schlimm gewesen. Aber der freundliche Monteur hatte nicht wie versprochen Schnellspanner genommen sondern normale 15er Muttern. Ein solchen Schlüssel brauchte ich bisher nicht, daher hatte ich auch keinen dabei. Wie sollte ich denn das Rad aus der Gabel bekommen. Zum Glück war das mitten im Dorf und freundliche Anwohner halfen mir aus. So wurde es 20 Uhr bis ich in Itzehoe ankam und ein Bett im Hotel Schwarz bekam. So nahm der Tag nach 100 km fast ein schwarzes Ende. Fast, denn auf der Festwiese in der Nähe des Hotels veranstaltete der NDR ein Konzert mit den Prinzen bei freiem Eintritt. Ende gut alles gut.

Von der Waterkant zum Alpenrand # Tag 1: Sylt-Husum

Um 4.30 klingelte heute der Wecker, Ich wollte die erste Fähre von Havneby nach List nehmen. Da diese bereits den Hafen in Dänemark um 5.15 Uhr verliess, stellten wir uns mit unserem Wohnmobil am Vorabend an den Fährableger. Das war eine kluge Entscheidung. Carola und ihre Freundin winkten mir noch zum Abschied und konnten dann wieder in die warme Koje im Wohnmobil steigen. So stand ich bereits um 6.00 Uhr im Hafen von List und radelte gemütlich zum nördlichsten Punkt Deutschland dem „Ellenbogen“. Oh was war das für eine Ruhe dort. Nach kurzer Verschnaufpause machte ich mich über das verschlafene Kampen in Richtung Westerland auf dem Weg. Meine Freunde gaben mir noch auf den Weg unbedingt bei Gosch ein Fischbrötchen zu essen. Leider war ich zu früh dort. Erst um 10 Uhr sollten die leckeren Brötchen eintrudeln. Ich musste aber noch 16 Kilometer nach Hornum fahren um die Fähre um 12 Uhr zu bekommen. Das war mir dann doch etwas zu unsicher. So entschloss ich mich doch nur einen Kaffee zu trinken. Pünktlich erreichte ich den Hafen von Hornum von wo es mit der Fähre durch das Wattenmeer in 2,5 Stunden nach Nordstrand ging. Laut Karte dachte ich  von dort in wenigen Kilometern zu meinem Tagesziel nach Husum zu kommen. Es waren dann aber doch noch 23 Kilometer. Insgesamt kamen dann bis Husum 75 Kilometer zusammen. Nicht schlecht für den ersten Tag dachte ich. Ein Hotel mit Sauna musste es dann schon sein. Gesagt getan, genoss ich den Abend.